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Aufruf

Wer nicht feiert hat verloren!
Antifaschistisches Straßenfest in Demmin

08. Mai 1945 – Ein symbolischer Tag für Frieden und Freiheit. Weltweit zelebriert als Endpunkt des verlustreichsten Krieges der Geschichte und der Niederschlagung des dafür verantwortlichen deutschen Nationalsozialismus. In dieser Tradition wollen wir diesen Tag gemeinsam mit hunderten Menschen auf den Straßen feiern; und zwar auf den Straßen Demmins. Euch erwarten großartige Bands, zwei Bühnen, mehrere DJs, Essen und diverse Gimmicks, die auf keiner Party fehlen sollten.

Warum wir ausgerechnet in Demmin feiern?

Mit dem Auto nur eine dreiviertel Stunde von Greifswald entfernt, liegt die ehemalige Kreisstadt mit ihren ca. 11 500 Einwohner_innen. Jugendliche, die auf Stadtfesten von Neonazis attackiert werden, das Zeltlager der mittlerweile verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend direkt um die Ecke, Schändungen des jüdischen Friedhofs und ein, lange Zeit unwidersprochener, jährlicher neonazistischer „Trauermarsch“ – das ist nur ein kleiner Einblick in die Realität, die Demmin lange Zeit bot. Letzteres ist als Event von großer Bedeutung für die vorpommersche Neonaziszene. Seit Jahrzehnten nutzen sie den Tag um geschichtsrevisionistisch die Befreiung vom Faschismus als „Unterjochung der deutschen Volksgemeinschaft“ umzudeuten und instrumentalisieren dafür jene, die angetrieben von antisowjetischer Propaganda den Freitod wählten, als die Rote Armee nach Demmin vorrückte. Geschehnisse und deutsche Verbrechen von vor 1945 werden dabei völlig außer Acht gelassen und historisch belegte Opferzahlen (500 Tötungsdelikte unter Angehörigen bzw. Selbsttötungen in der Zeit vom 30.04. – 03.05.1945) von Jahr zu Jahr erhöht. Die dabei konsequente Terminierung des Fackelmarsches auf den 08. Mai macht deutlich, dass die Neonazis nicht nur den Tod ihrer Demminer „Volksgenossen“ betrauern, sondern vielmehr den Untergang ihrer nationalsozialistischen Ideologie!

Heruntergelassene Rollläden als einziges Mittel gegen einen Naziaufmarsch?

Nachdem lange Zeit Widerstand gegenüber den Naziaufmärschen kaum spürbar war und sich von offizieller Seite tatsächlich mit dem Herunterlassen der Rollläden begnügt wurde, regt sich seit 2010 Protest engagierter Antifaschist_innen in und um Demmin. Störungen in Sicht- und Hörweite, Blockaden, Gegendemos… Denn auch wenn der „Trauermarsch“ der Neonazis verhältnismäßig klein ist und fast ausschließlich von der regionalen NS-Szene frequentiert wird, so ist er doch Teil einer anhaltenden Kampagne rechter Kräfte um Rassismus, Faschismus und Nationalsozialismus salonfähig zu machen.

Dieser Entwicklung müssen wir uns als Antifaschist_innen mit aller Kraft entgegenstellen! Für Demmin heißt das in diesem Jahr erneut ganz konkret, dass wir einen Gegenentwurf zu jenem schaffen, was die Neonazis versuchen zu konstruieren.
Seid dabei und sorgt dafür, dass der Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus ein großes antifaschistisches Fest auf den Straßen Demmins wird!